Ganz oben, ganz unten: Ungleichheit erzeugt Spannung. Sie ist auch der Stoff, aus dem preiswürdige Filme sind. „Parasite“, der Oscar-Gewinner des koreanischen Regisseurs Bong Joon-Ho (2019) handelt von zwei Familien. Eine ist arm, die andere reich.

Die Geschichte beginnt unten. Im Souterrain eines renovierungsbedürftigen Hauses lebt die Familie Kim. Der Vater Gi-Taek, seine Frau Chung-Sook, die erwachsene Tochter Ki-Jung und ihr älterer Bruder Ki-Woo halten sich mit Aushilfsjobs über Wasser. In ihrer Freizeit suchen sie nach einem kostenlosen WLAN in der Wohnung. Sie müssen ihre Köpfe einziehen, in kleine Ecken ihrer dunklen Behausung kriechen, um ein offenes Netzwerk zu finden. Eine erniedrigende Position. Als der junge Mann Ki-Woo zufällig Nachhilfelehrer bei der reichen Familie Park wird, beginnt ein Kampf um Teilhabe und Ressourcen.

In „Daybreak“ („Dita zë fill”, 2017) des albanischen Regisseurs Gentian Koci muss eine alleinerziehende Mutter aus ihrer Wohnung ausziehen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen kann. Und in „Sorry, we missed you“ (2019) zeigt der Filmemacher Ken Loach, wie eine verschuldete Familie im britischen Newcastle unter prekären Verhältnissen zerbricht.

Natürlich sind das alles fiktive Geschichten, dennoch spiegeln sie reale Probleme wider. Die Filme zeigen die Folgen politischer Entscheidungen, etwa der Lockerung des Kündigungsschutzes, der Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

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When I wrote my synopsis for my work at the Cluster of Excellence "The Politics of Inequality" at the University of Konstanz, COVID 19 was not yet in my mind. Now the crisis will be a part of my work. It is a huge privilege to be able to deal intensively with a topic that has moved me a lot for years: inequality. I intend to examine the narratives used in movies, texts and in social media concerning inequality. I would like to show how narratives of inequality have an impact on our daily life, our economy and on political decisions.